Jahreskarten billiger: Nur mehr 1 Euro pro Tag
Alles neu macht der Mai: 2012 wird er seinem Ruf als Wonnemonat mehr als gerecht. Denn wer eine Jahreskarte der Wiener Linien besitzt, ist mit 365 Euro so günstig unterwegs wie noch nie. Vielfahrer profitieren, Einzelfahrscheine werden teurer.
Mehr Öffi-NutzerInnen und weniger Autoverkehr ist das große Ziel – die aktuelle Tarifrefom der Wiener Linien soll den Weg dorthin ebnen. Kernpunkt: Vorteile für StammkundInnen. Derzeit kostet eine Jahreskarte 449 Euro, ab dem 1. Mai 2012 sind dafür nur noch 365 Euro zu bezahlen. Billiger wird auch die Monatskarte. Sie kostet dann nur 45 statt bisher 49,50 Euro. Leicht angehoben werden die Preise für Einzelfahrscheine. Ein Einzelticket kostet künftig 2 Euro, die 8-Tage-Klimakarte 33,80 und die Wochenkarte 15 Euro.
„Ich finde, dass der Preis einer Jahreskarte sehr günstig ist. Bei einem Euro pro Tag werden sich sicher viele überlegen, vom Auto auf die öffentlichen Verkehrsmittel umzusteigen“, sagt Peter Binder, Angestellter aus Liesing. Der Einzelfahrschein, der ab 1. Mai 2012 exakt 2 Euro (statt bisher 1,80 Euro) kosten wird, ist Binder allerdings zu teuer. Ähnlich argumentiert auch Margarita Karakachewa, Angestellte aus Meidling: „Dass Monats- und Jahreskarte verbilligt wurden, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Ich glaube aber, es wäre zielführender gewesen, wenn auch die Tagesfahrscheine günstiger geworden wären.“ Und Hannes Diernegger, Angestellter aus Liesing, sagt: „Es ist zwar lobenswert, dass die Jahres- und die Monatskarte verbilligt wurden, aber dass der Einzelfahrschein teurer wurde, finde ich kontraproduktiv.“
Warum wurde der Preis für den Einzelfahrschein angehoben? „Der Anreiz, sich eine Monats- oder Jahreskarte zu kaufen und deshalb auch die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen, wird damit stärker“, ist man bei den Wiener Linien überzeugt. Durch diese sogenannte Tarifreform sollen U-Bahn, Straßenbahn und Bus für Fahrgäste noch attraktiver werden. Dazu gehört auch, dass die Beförderung von Fahrrädern in der U-Bahn ab dem 1. Mai nichts mehr kosten wird (bisher 90 Cent). Schwarzfahrer hingegen zahlen künftig 100 Euro.

ÖFFI-AUSBAU GEHT WEITER
Gleichzeitig sind die notwendigen Mittel für die Wiener Linien gesichert, damit der geplante Ausbau der Öffis auch in Zukunft voranschreiten kann. Die Stadt Wien wird den Wiener Linien die durch die Tarifreform im Fahrscheinverkauf entfallenden finanziellen Mittel zusätzlich zur Verfügung stellen. Dadurch können Services und Angebot der Wiener Linien im von den Fahrgästen gewohnten Ausmaß aufrechterhalten werden. Auch die Investitionsvorhaben der nächsten Jahre – von neuen Straßenbahnstrecken über fahrgastfreundliche Minutenanzeigen in den Haltestellen bis hin zu neuen Bussen und Zügen – können fortgesetzt werden.

Wiener Öffis TOP IN EUROPA
Übrigens: Kaum eine europäische Stadt bietet so günstige Tarife wie Wien. Der internationale Vergleich macht sicher: Eine Jahreskarte in Athen kostet 450 Euro, in Paris 634 Euro und in London sogar 1.246 Euro. Nur Rom gibt es mit 230 Euro noch billiger. Wien belegt mit 365 Euro Platz 2 in der Hitparade der günstigsten Städte. Kein Wunder, dass die Angestellte Gabriele Jung aus Liesing sagt: „Ich bin viel in Wien unterwegs und deshalb froh, wenn die Jahreskarte billiger wird.“
Billiger wird die Jahreskarte ab 1. Mai. Bis dahin ist der gewohnte Tarif für den jeweiligen Fahrschein zu bezahlen. Wer schon eine Jahreskarte besitzt oder in den nächsten Monaten eine kauft, zahlt bei monatlicher Abbuchung bis inkl. April 2012 den jetzt gültigen Tarif. Ab Mai 2012 wird nur mehr der günstigere Tarif abgebucht. Wer eine Jahreskarte per Einmalzahlung gekauft hat, erhält ab Mai 2012 die Differenz gutgeschrieben.
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